Nasenpiercings im Überblick

6. Oktober 2017

Kult, Trend und mehr

Nasenpiercings: Was vor einigen Jahren in Europa noch für Aufsehen sorgte, gilt auf anderen Kontinenten seit Jahrhunderten als Tradition. Variationen für das beliebteste Piercing gibt es viele. Welche in Österreich am beliebtesten sind? Wir haben Experten und Piercingbegeisterte gelöchert. Was man mit der Nase alles anstellen kann, welche ungewöhnlichen Bräuche es gibt und welche Komplikationen auftreten können, erfahren Sie in diesem Artikel. Also, immer der Nase nach!

Nasenlöcher – sind zwei zu wenig?

Warum haben wir eigentlich zwei Nasenlöcher? Und nicht mehrere? Was viele nicht wissen, ist, dass wir ursprünglich tatsächlich vier Nasenlöcher hatten. Sind Nasenpiercings vielleicht nur ein unbewusstes Verlangen? Möchte man der Theorie glauben, so hatten unsere Fischahnen zwei Nasenlöcher, um Wasser aufzunehmen, und zwei, um es wieder auszustoßen. Erst im Laufe der Evolution verband sich der Nasenraum mit dem Kieferraum und dem Rachen. So wurden es zwei.

 

Wissenschaftlich gesehen bräuchte es sogar nur eine Nasenöffnung. Denn die meiste Zeit atmen wir nur durch ein Nasenloch. Völlig unbewusst atmet unser Körper abwechselnd mal durch die eine und mal durch die andere Nasenöffnung. Warum wir das tun, ist Wissenschaftlern bis heute noch ein Rätsel. Auch wenn wir nur durch ein Nasenloch Luft holen − was spricht gegen ein paar zusätzliche?

Wenn die Nase läuft ...

Überall Piercings

Schon die Ureinwohner Amerikas und Asiens haben sich mit Tierknochen, Hölzern oder selbstgemachtem Schmuck Piercings gestochen. Auch in Indien ist der Nasenschmuck Teil einer langen Tradition. Seit über 4000 Jahren piercen sich junge Frauen hier ihren linken Nasenflügel. Ein Brauch, der nach Ayurveda-Medizin vor Komplikationen bei der Geburt schützen soll. Bei Piercings am Nasenflügel spricht man unter Experten vom „Nostril-Piercing“. Es gilt auch als beliebtestes Piercing weltweit. Es kann entweder links, rechts, in beide oder mehrmals auf einer Seite gestochen werden. Der Nase sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Dicht gefolgt in der Beliebtheit ist das sogenannte „Septum-Piercing“, das durch die Nasenscheidewand führt. Es gilt auch als besonders schmerzhaftes Piercing, da die Stelle als besonders empfindlich gilt. Ohne Tränen also kein Piercing! Lady Gaga hat sich vom Schmerz jedenfalls nicht aufhalten lassen:

Eher seltener kommt das Bridge-Piercing vor, das am Nasenrücken gestochen wird und damit knapp unterhalb der Augen liegt. Es wird oft als Schmuckstück getragen, bei dem links und rechts eine kleine Kugel befestigt ist. Selten, aber auch bekannt sind das Austin-Bar und das Nasallang. Ersteres wird durch den Knorpel der Nasenspitze gestochen und zweiteres durch beide Nasenflügel und Nasenscheidewand. Es ist damit eine Kombination aus Nostril- und Septum-Piercing. Oder so … J

 

A und O beim Piercen: 

Nasenpiercings sollten generell nur von geübten Fachkräften gestochen werden. Bevor es also ans Stechen geht, ist es wichtig, sich über den detaillierten Ablauf zu informieren. Einige Laien greifen lieber zur Ohrlochpistole bei Nasenpiercings als zur Nadel. Da in unserer Nase viele Nerven liegen, die nicht verletzt werden sollten, greifen professionelle Piercer zur sogenannten Venenverweilkanüle. Darauf sollten Sie achten! Unabhängig davon kann von einer Heilungszeit von 1 bis 3 Monaten je nach Pflege- und Entzündungsgrad ausgegangen werden.

Die richtige Hygiene ist das A und O aller Piercings. Und diese fängt schon im Studio an. Denn fängt man sich unliebsame Bakterien ein, kann schnell das Knorpelgewebe beschädigt werden, was schlussendlich bis zu einer Deformierung der Nase führen kann. Am gefährlichsten ist das sogenannte Bridge-Piercing, da gerade in diesem Bereich zwischen den Augen sehr viele Nerven verlaufen. Eine Beschädigung dieser Nerven kann zur Lähmung einzelner Muskelpartien, aber auch zu einer Gesichtslähmung führen. Natürlich nur im Extremfall …

 

Wir hoffen, dass Sie nach diesem Artikel vom Piercen nicht die Nase voll haben, und drücken die Daumen!

befreit wie ein spray, pflegt wie eine salbe 🙂

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